Methodenworkshops

 

Die Lösung von gesellschaftlichen Herausforderungen ist eng mit neuen, „offenen“ Formen der Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis verbunden. Unter Einbindung aller Kooperationspartner_innen sollen im Projektteil „Methoden“ innovative Ansätze für kooperative und partizipative Forschung vorgestellt werden. Dazu gehören Open Science, Open Innovation und Citizen Science, aber auch neue Ansätze der interdisziplinären Zusammenarbeit. Angepasst auf die jeweiligen Themenschwerpunkte werden diese und weitere Zugänge in Workshops und E-Learning Formaten angeboten.

Nächster Workshop

Workshop: senseBox – Citizen Science mit Open Hardware für SDG 11 – Nachhaltige Städte und Siedlungen

Datum: 18.12.2020

Ort: Zoom,  >>Hier geht’s zur Anmeldung<<

Die Zahl der Menschen, die in Städten leben, wird bis zum Jahr 2030 auf über 5 Milliarden ansteigen. Mit diesem Anstieg treten auch bereits vorhandene Herausforderungen noch stärker in den Fokus. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern müssen Konzepte entwickelt und Bewusstsein für nachhaltiges Wohnen geschaffen werden.

Die Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern an der Ausgestaltung Ihres Wohnraums steigert die Lebensqualität und Identifikation mit der eigenen Stadt bzw. dem eigenen Bezirk. So kann durch das Beobachten der Luftqualität im Bezirk ein Verständnis für die Zusammenhänge von Verkehr, Heizen bzw. Nutzen von Kaminöfen und einer hohen Feinstaubbelastung aufgebaut werden und im besten Fall eine Anpassung des eigenen Handelns zum Wohle der gesamten Stadt passieren.

 

Aber auch die Wohnqualität und ein ressourcenschonendes und gesundes Wohnen in den eigenen vier Wänden, z.B. durch die Anwendung von korrekten Lüftungs Strategien, kann verbessert werden. Auch hier steht der Dreiklang aus Beobachten, Verstehen und Handeln im Vordergrund.

Hierfür sind Methoden aus dem Kontext Open Science, insb. die Anwendung von Open Source Hardware und Software sowie das Generieren von Open data von Vorteil. Denn so wird Transparenz garantiert und ein Vergleich verschiedener Bezirke wird so möglich.

Im Rahmen des Workshops werden Do-it-yourself Messgeräte auf Basis der senseBox aufgebaut. Die senseBox ist ein Citizen Science Toolkit, welches die Erfassung von Umwelt Phänomenen unkompliziert und einfach macht. Die Messungen können je nach persönlicher Fragestellung drinnen oder auch draußen durchgeführt werden. Zwei konkrete Anwendungsfälle, zum einen die Messung von Feinstaub im Außenbereich und zum anderen die Messung des CO2 Gehaltes im Innenraumbereich, werden im Workshop gemeinsam mit den Teilnehmer:innen erarbeitet.

Die senseBox wird seit 2013 am Institut für Geoinformatik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erforscht. Im Rahmen von zwei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekten (2016-2019 und 2019-2021) wurde sie gemeinsam mit der Datenplattform openSenseMap zu einem Produkt weiterentwickelt und gehört zu den etablierten Open Science Werkzeugen im Citizen Science Kontext. Im Jahr 2018 wurde das Start-Up re:edu aus dem Projekt ausgegründet und kümmert sich um die Weiterentwicklung und den Vertrieb der senseBox.

Vorbereitung

Alle Teilnehmer*innen des Workshops bitten wir um folgende vorbereitenden Schritte:

Ablauf

Der Workshop wird online via Zoom durchgeführt. Die notwendigen Materialien werden für alle Teilnehmer*innen für den Workshop zur Verfügung gestellt. Bitte beachten Sie, dass Sie sich mit der Anmeldung zum Workshop zur Teilnahme verpflichten. Eine Abmeldung ist nur bis zum 30.11.2020 möglich. Alle angemeldeten Teilnehmer*innen erhalten kurz vor dem Workshop per Mail einen Link direkt zur Zoom-Session.

Anmeldeschluss: 30.11.2020

Vergangene Workshops

Webinar: Digitalisierung und Partizipation in der Gesundheitsforschung

Datum: 07.07.2020

Ort: Online

Corona stellt uns alle vor unterschiedliche Herausforderungen. Sehr oft wird derzeit das Schlagwort Digitalisierung verwendet, um scheinbar neue Formen der Zusammenarbeit und Partizipation zu ermöglichen. In diesem Webinar soll aufgezeigt werden, welche Digitalisierungsschritte und Partizipationsmöglichkeiten in diesem Bereich schon seit längerer Zeit vorhanden sind, wie sie aufgenommen wurden, welche Möglichkeiten sich dadurch ergaben, welche Hürden überwunden wurden aber auch aufzeigen, was wir für die Zukunft daraus lernen können.

In der Einleitung werden kritische Fragen aufgeworfen: Was bedeutet Digitalisierung in diesem Bereich der Forschung, der sich ja auch sehr stark auf sensible und höchstpersönliche Daten stützt? Wird Forschung aufgrund von Digitalisierung und Partizipation auch automatisch günstiger, weil keine Räumlichkeiten und auch weniger Personal benötigt wird? Wo sind die Grenzen von Digitalisierung und Partizipation abseits der laborgestützten Forschung? Auch die durch Digitalisierung und Partizipation entstehenden Möglichkeiten und Chancen sollen in der Einleitung diskutiert werden: personalisierte Medizin ist durch die Digitalisierung in greifbare Nähe gerückt. Neue Fragestellungen, welche die Lebenswelten von Patient*innen betreffen, die vorher nicht bearbeitet wurden, können nun gehört und umgesetzt werden.

Im Anschluss werden drei Projekte aufzeigen, wie Digitalisierung und Partizipation konkret ausschauen kann:

Stall Catchers von EyesOnAlz: Stall Catchers ist ein Online-Spiel, das jede_r spielen kann – Erfahrung ist nicht erforderlich. Im Spiel schaut man sich Filme aus den Gehirnen von Mäusen an und versucht, Gefäße als offen oder blockiert zu identifizieren. Dies trägt dazu bei, die Alzheimer-Forschung an der Cornell-Universität zu beschleunigen.

Pollentagebuch: Die Nutzer_innen haben die Möglichkeit die eigenen allergischen Beschwerden (Intensität und Symptome) zusammen mit ihrer Medikamenteneinnahme zu dokumentieren. So erhält man einen Überblick über die Pollenallergie und kann laufend sowie am Ende der Saison die Beschwerden mit den gemessenen Pollenkonzentrationen vergleichen.

Smart VitAAlity: Im Rahmen von Smart VitAAlity wird ein integriertes Active and Assisted Living-System im Smart City Setting „Health, Inclusion and Assisted Living“ gemeinsam mit 230 SeniorInnen evaluiert. Das Service zielt auf einen langfristigen Erhalt der Lebensqualität und deren Dimensionen (Gesundheit, Soziale Inklusion) sowie auf einen positiven Einfluss des subjektiven Wohlbefindens ab.

In einer abschließenden Gruppendiskussion werden die Erfahrung und Erkenntnisse reflektiert und es besteht für das Onlinepublikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

 

Vortragende:

Einleitung: Barbara Prainsack (Universität Wien)

Stall Catchers: Pietro Michelucci (Human Computation Institute)

Pollentagebuch: Uwe Berger (Medizinische Universität Wien)

Smart VitAAlity: Johannes Oberzaucher (FH Kärnten)

Alle Unterlagen zum Webinar finden Sie hier.

Workshop Open Science und Pflege: Chancen & Barrieren – ein Dialog

Datum: 25.11.2019

Ort: Haus Augarten

Pflege spielt eine bedeutende Rolle in einer alternden Gesellschaft. Mit steigendem Durchschnittsalter in der Gesellschaft steigt der Pflegebedarf, und somit die Kosten für die Pflege. Häufig werden Untersuchungen im Bereich der Pflege vor allem aus dieser Perspektive der steigenden Kosten durchgeführt. Bei Pflege handelt es sich jedoch nicht nur um eine medizinische Dienstleistung, die Kosten und Mehrwert für die Gesellschaft erzeugen kann, sondern vor allem auch um eine soziale Komponente zwischen Pflegenden und Gepflegten, die oft ausser Acht gelassen wird, aber einen großen Einfluss auf den Erfolg von Pflege hat. Umso wichtiger ist, Forschungsprojekte zu initiieren, die sich am Bedarf der zu Pflegenden und der Pflegenden orientieren. Dies kann nur unter der Einbindung von Pflegenden und Gepflegten passieren. Deshalb ist eine partizipativ und offen gestaltete Forschung im Bereich Pflege besonders wichtig. Dennoch werden nur vergleichsweise wenige Forschungsprojekte im Bereich Pflege partizipativ und offen gestaltet, vor allem weil partizipative und offene Forschung neue Herausforderungen an Projektleitende stellt.

Im Rahmen des 3-stündigen Workshops wollen wir einen Einblick in die offene und partizipative Forschung geben, einen Dialog zwischen Forschenden und Pflegenden bzw. Gepflegten starten und aufzeigen, welche Möglichkeiten es gibt, offene Methoden für die eigene Forschung nutzbar zu machen.

Alle Informationen und Ergebnisse zu diesem Workshop sind unter https://osf.io/b7mea/ frei einsehbar.